Ev. Kirchengemeinde Lindenfels
– Ein schmackhafter Erfolg für mehr als einen Abend -
Wie bringt man verschiedene Menschen zusammen, die sonst keinen Grund hätten, sich zu begegnen? Vor allem, wenn es Sprachbarrieren gibt, das ein oder andere Vorurteil, oder einfach die Frage: Ob wir uns wohl was zu sagen haben?
Man nehme eine Küche, trommle ein paar Leute zusammen und packe ein paar Zutaten in eine Tüte. Und schon entsteht etwas: Gerichte, Geschichten und eine kurzweilige Gemeinschaft. So auch beim kurdischen Kochabend am 12. April im ökumenischen Gemeindehaus.
Die Idee zu diesem kleinen Experiment entstand quasi am Gartenzaun. Oder eher: An der Weinrebe. Als Vehbiye und ihre Kinder vor nun schon zwei Jahren begeistert auf die Weinblätter an unserer Hauswand deuteten, reagierte mein Mann direkt, während ich noch unmotiviert auf der Terrasse hockte („Wer stört uns denn da?“).
Er bot ihnen die Blätter an und so kamen wir ins Gespräch. Ein paar Stunden später stand der Sohn, Cudi, wieder vor unserer Haustür: Diesmal mit einem dampfenden Topf voll saftiger Dolmades, den Rollen aus unseren Weinblättern.
Als ich irgendwann die Familie in ihrer Wohnung in der Nibelungenstraße besuchte, fühlte ich mich zugegebenermaßen noch unsicher: Was wir uns wohl zu sagen haben? Viel! Zwar mit wenigen Worten, aber viel herzhaftem Lachen ergänzt von Bildern und Videos. Etwa von der weiten Landschaft im kurdischen Teil der Türkei, wo die Familie noch einen Hof besessen hat. Und wo sie gerne wäre, wenn die politische Situation es zulassen würde. Während des Besuch gab es vor allem eins: Ganz viel Gastfreundschaft in Form von selbstgemachtem Käse, Brot und Tee.
Diese Freuden wollten wir auch im größeren Kreis teilen. Mit einer Gruppe verschiedenster Lindenfelser (Apotheker inklusive!) haben wir an einem Sonntag im April die kurdische Küche kennengelernt. Dabei wurde sogar ich noch überrascht. Von der engagierten Umtriebigkeit der Familie, die lauter Freunde als Helfer mitbrachten samt Vorspeisen zur Verkostung. Von der positiven Energie der Kochenden, die sich auch nicht scheuten, auf dem Boden kniend das „Çiğ Köfte“ (auf deutsch: roher Köfte) zu kneten (ein faszinierendes Gericht, bei dem roher Bulgur mit Gewürzen, Knoblauch, Kräutern, Zitrone und ordentliche Olivenöl nur durch besagtes Kneten zubereitet wird). Vom Geruch nach frisch gebackenem Hefeteig-Zipferln (auf kurdisch: „Poğaça“) gefüllt mit selbst gemachtem Käse. Von den Jugendlichen, die uns kurdischen Chai machten, mitunter sehr schüchtern Teil des freudigen Gewusels wurden, und uns mittlerweile auch bei der digitalen Kompetenz unterstützen.
Zu guter Letzt beschlossen wir: Das soll es wieder geben. Vielleicht kann ja auch einer der Lindenfelser ein Kochkäs-Rezept im Austausch anbieten?
Eure Theresa
Falls ihr Lust habt, einen weiteren Abend mitzuorganisieren, kontaktiert mich gern: there@posteo.de
Austräger für den Kirchenboten gesucht
Damit Monat für Monat der Kirchenbote unserer Gemeinde in die Haushalte gebracht werden kann, sind wir auf die Mithilfe ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
angewiesen. Wir suchen Menschen, die bereit sind, einmal im Monat Gemeindebriefe in folgenden Straßen auszutragen:
Buchweg und Am Buchacker
Wenn Sie uns helfen wollen, freuen wir uns über Ihren Anruf (06255-512) oder eine E-Mail an buero(at)kirche-lindenfels.de
Auf dem Weg in die Zukunft
Im Rahmen des Strukturreformprozesses haben die Kirchenvorstände im Nachbarschaftsraum in den letzten Monaten weitere Entscheidungen treffen müssen: Die sechs Kirchengemeinden schließen sich ab dem 1. Januar 2027 zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammen, die Evangelische Gesamtkirchengemeinde am Krehberg heißen wird, soll doch (Vorgabe der Landeskirche) ein regionaler Bezug im Namen erkennbar sein – und irgendwie grenzen alle Kirchengemeinden an den Krehberg. Die Gesamtkirchengemeinde wird in Zukunft von einem Gesamtkirchenvorstand geleitet, der für Personal-, Gebäude- und Finanzangelegenheiten zuständig sein wird. Neu gewählt wird dieses Gremium am 6. Juni 2027. Bis dahin wirken Delegierte aus den einzelnen Ortsgemeinden im Gesamtkirchenvorstand mit. In den einzelnen Kirchengemeinden können sogenannte Ortsausschüsse
gebildet werden, die die Belange der Ortsgemeinde regeln und das Gemeindeleben vor Ort gestalten. Waren Pfarrerinnen und Pfarrer bisher kraft Amtes Mitglieder der Kirchenvorstände, gehören sie den Ortsausschüssen nicht mehr an (können jedoch zur Beratung eingeladen werden). Im Gesamtkirchenvorstand wird das Verkündigungsteam durch ein Mitglied vertreten.
Unberührt von den Veränderungen bleibt vorerst die Zuständigkeit der Pfarrpersonen und Gemeindepädagoginnen für ihre Ortsgemeinden. Das heißt, hier in Lindenfels bin (solange die Pfarrstelle unbesetzt ist) weiterhin ich für Sie zuständig.
Im Moment arbeiten wir im Verkündigungsteam an der gemeinsamen Dienstordnung und an einem gemeinsamen Gottesdienstplan.
Im Zuge der Neuordnung werden auch die Gemeindebüros zusammengelegt. Die Kirchenvorstände haben entschieden, dass der
Verwaltungssitz in Fürth sein wird, in Reichenbach wird es eine Außenstelle geben.
Allen Beteiligten – ob Kirchenvorständen, die schwierige Entscheidungen treffen müssen, oder Gemeindesekretärinnen, die ihre Arbeit neu strukturieren müssen – verlangt dieser Prozess sehr viel ab; viele von ihnen sind ja zudem ehrenamtlich tätig, opfern dafür ihre Freizeit. Bisher haben wir es geschafft, alle Entscheidungen harmonisch zu diskutieren und gute Lösungen zu finden, und ich bin zuversichtlich, dass das auch bei den nächsten anstehenden Schritten so sein wird. An dieser Stelle einfach mal ein großes Dankeschön an alle Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die diesen Prozess mit Geduld begleiten und voranbringen, an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich darauf einlassen, an Sie alle, die Sie ihn mittragen. Kirche verändert und entwickelt sich seit ihren Anfängen – das gehört zu ihrem Wesen, sie ist nie fertig, wir müssen immer nach der richtigen Form suchen, die dazu dient, dass Menschen mit Gottes Liebe in Berührung kommen. Dass sie immer noch gebraucht wird, davon bin ich fest überzeugt und davon, dass Gott uns in allen Veränderungsprozessen begleitet und den Weg weist.
Nina Nicklas-Bergmann
Anfang Januar beging sie ihr 20-jähriges Dienstjubiläum in unserem Haus. Viele Kinder und deren Familien kennen sie wahrscheinlich nicht so gut, sie kommt dann, wenn die meisten schon wieder zu Hause sind. Trotzdem bemerken alle sofort, dass sie und ihre Kolleginnen da waren, wenn sie morgens in die blitzsaubere KiTa kommen. Sie ist so etwas wie unsere gute Seele, ein echter Fels in der Brandung, durch nichts so leicht zu erschüttern. Sie hat das Herz am rechten Fleck, erledigt durch ihre stets fröhlich-zupackende Art und mit einem Lied auf den Lippen das, was vom Tage übriggeblieben ist. Mit Freude und Elan verbreitet sie überall gute Laune. Sie kennt all die Orte, an denen sich Schlüssel verstecken können und denkt selbst im Urlaub daran, dass die Mülltonnen zum Leeren an die Straße gestellt werden müssen. Für sie ist diese Tätigkeit viel mehr als nur ein Job! Im Rahmen des Abendgottesdienstes am 11. Januar wurde ihr Tun auch offiziell von Silvia Wagner, Vera Hilkert, Pfrin. Nicklas-Bergmann und Jochen Ruoff gewürdigt, der in seiner Ansprache eine wunderbare Verbindung zur Jahreslosung 2026 fand: „Siehe, sie macht alles wie neu!“
Liebe Iwona, wir gratulieren Dir sehr herzlich zu diesem Arbeits-jubiläum. Was wären wir ohne Dich! Wir sind froh und dankbar, dass wir Dich als guten Geist in unserem Haus wissen. Nur durch Menschen wie Dich funktioniert unsere Einrichtung so reibungslos, Du machst gelingende pädagogische Arbeit mit unseren vielen
kleinen und schon größeren Kindern überhaupt erst möglich.
In diesem Sinne wünschen wir Dir und uns viele weitere Jahre in unserer KiTa.
Es grüßt Dich herzlich Dein Team
Na, da war was los
Ein Bericht vom Kirchenfest zum 200. Geburtstag der Evangelischen Kirche Lindenfels
… als am Sonntag, 29. Juni viele Menschen, große und kleine zu mir gekommen waren, um zu feiern. Um meinen Geburtstag zu feiern. Ich war wirklich gerührt, als 30 - 40 Kinder unserer Kindertagesstätte gemeinsam mit ihren Erzieherinnen zum festlichen Spiel der Orgel zu mir in die fast bis zum letzten Platz besetzte und wunderbar geschmückte Kirche einzogen und am Altar ihre mitgebrachten Blumen zum Geburtstagsstrauß in eine Vase steckten. Es wurden zwei prächtige Sträuße, über die ich mich sehr gefreut habe. Lieder hatten die Kinder auch dabei, das erste Lied sangen sie sogar gemeinsam mit dem Ökumenischen Chor unter der Leitung von Andreas Demmel und einigen Bewohnern der Seniorenresidenz Parkhöhe: „Herein, herein, wir laden alle ein!“
Der Chor sang zwei weitere Lieder, eins passend zur Jahreslosung „Prüfet alles und behaltet das Gute“. Für die Kinder und Erwachsenen gab es eine Bilderbuchgeschichte vom Kater Findus, der eine Pfannkuchentorte backen möchte. Die Bilder des Buches wurden über eine Leinwand gezeigt. Danach war die KiTa nochmal dran: „Schub di dubb, heut ist dein Geburtstag“, ein fröhlich-freches ganz neues Lied war da zu hören, bevor die Kinder als Geschenk ein großes Bild überreichten mit mir als Kirche drauf. Pfarrerin Nicklas-Bergmann erinnerte in ihrer Predigt an all das, was Menschen in den beiden letzten Jahrhunderten unter meinem Dach erlebt haben. Viele wurden hier getauft und konfirmiert, haben geheiratet und die eigenen Kinder getauft. Von vielen mussten sie sich verabschieden, weil sie gestorben waren. In Kriegs- oder Krisenzeiten beteten und weinten die Menschen hier, suchten nach Trost und der Antwort auf ihre Fragen. Nach dem Gottesdienst gab es ein buntes Fest rund um meine Kirchenmauern bei bestem Sommerwetter. Draußen gab es Herzhaftes vom Grill (organisiert von Dutchbros398, einem Lindenfelser Catering-Unternehmen), in der Kirche sorgten die KiTa-Eltern mit einer gut bestückten Kuchentheke dafür, dass niemand hungrig bleiben musste. Es gab Spielangebote und Kinderschminken, Kirchturmführungen mit Herrn Riebel, Raum für gute Gespräche von Vergangenem und Kommendem.
Über 200 Jahre stehe ich nun an diesem wunderschönen Platz im Burgstädtchen, wo vorher ab 1371 eine kleine Kapelle mit spitzem Turm stand. Als Filialkirche der Pfarrei Fürth errichtet, war sie zunächst katholisch geführt. 1564 reformiert, diente die kleine Kapelle fortan als Begegnungsort für die evangelischen Einwohner von Lindenfels.
Seit etwa 1820/21 genieße ich also den herrlichen Ausblick hinunter ins Gersprenztal mit seinen großen und kleineren Anhöhen, Wiesen, Wäldern, Dörfern und Gemeinden. So lange gibt es mich hier, so viel ist geschehen, so vieles habe ich erlebt. Wie wird es weitergehen, was wird die Zukunft für mich bereit-halten? Kirchengemeinden werden immer kleiner, Kosten steigen und steigen, Kirchen werden verkauft, umgewidmet. Auch für mich stehen Veränderungen an. Wie schon immer. Nie war alles unverrückbar. So lange es Menschen gibt, die an diesem Ort, in diesen Mauern Trost, Hoffnung, Zuspruch erfahren wollen, so lange ist mir nicht bange.
Mit herzlichen Grüßen und auf bald mal wieder,
Ihre Evangelische Kirche Lindenfels
Pfarrerin N. Nicklas-Bergmann
„Vertraut den neuen Wegen“ – dieses Lied von Klaus Peter Hertzsch ist eines meiner Lieblingslieder in unserem Gesangbuch.
Neue Wege liegen mit dem Eintritt in den Ruhestand vor Ihrer langjährigen Pfarrerin Jutta Grimm-Helbig.
Neue Wege liegen vor Ihnen, der Kirchengemeinde, der ja nun nicht nur die Pfarrerin fehlt, sondern die sich überhaupt in einem Veränderungsprozess befindet: die Pfarrstelle wurde gekürzt, das Pfarr- und Gemeindehaus soll verkauft und eine „WG“ mit den katholischen Geschwistern angestrebt werden, um nur das zu nennen.
Neue Wege und Herausforderungen für die Gemeinde und vor allem auch für diejenigen, die das Gemeindeleben gestalten und verantwortlich leiten, den Kirchenvorstand, aber auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Manche Prozesse sind vielleicht schmerzlich; manches wird anders werden, anders werden müssen. Anderes birgt neue Möglichkeiten, Synergieeffekte. Und in jeder Krise steckt auch eine Chance und der Kirchenvorstand hat vieles schon angedacht und angepackt, gute neue Wege gesucht.
Ab dem 1. Dezember bin ich mit der Vakanzvertretung in Ihrer Gemeinde beauftragt und freue mich, mich punktuell einbringen zu können und die Gemeinde ein Stück weit auf den neuen Wegen zu begleiten.
Mein Name ist Nina Nicklas-Bergmann, vor inzwischen fast zwei Jahren habe ich die halbe Pfarrstelle in Fürth übernommen. Mit meinem Mann und unseren drei Kindern wohne ich in Reichelsheim. Zu meinen Aufgaben in Ihrer Gemeinde wird vor allem die Begleitung von Kasualien, Gottesdienste (vor allem im Seniorenheim) sowie die Unterstützung des Kirchenvorstands gehören.
Neue Wege – manchmal schrecken wir davor zurück, manchmal begreifen wir sie als Chance. Wie auch immer:
wir gehen nicht allein, sondern mit dem lebendigen Gott an unserer Seite.
Er weist uns den Weg und eröffnet Zukunft – für uns persönlich, für unsere Gemeinde und Kirche.
„Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid. Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.“
Pfarrerin Nina Nicklas-Bergmann
Sie erreichen mich über das evangelische Pfarramt oder per Mail Bettina.Nicklas-Bergmann(at)ekhn.de bzw. Telefon: 0170-2981312.
Als Kirchenvorstand besuchen wir sooft wir es können Menschen, die runde Geburtstage haben, sehr betagt sind oder auch runde Hochzeitstage feiern.
Ich merke immer wieder, wie sehr sich die meisten Menschen freuen, Besuch zu bekommen. Sie spüren, dass es uns wichtig ist Anteil an ihrem Leben zu nehmen.
Manchmal denke ich mir:
Es wäre schon gut, nicht wieder ein Jahr zu warten, bis ich wieder zu Besuch komme.
Und wenn ich darüber nachdenke, woher dieser Impuls kommt, fällt mir auf, wie sehr ich selbst von diesen Besuchen profitiere. Die Geschichten der Menschen sind erlebte Geschichte, in ihr stecken Träume, die in Erfüllung gingen, leidvolle Enttäuschungen, Verluste und Erfolge. Und oft auch ganz viel Weisheit.
Zeitzeug*innen der Geschichte.
Ich denke mir: Es wäre doch schön, diese Besuche auch zu zweit zu machen. Das wäre nochmal ein ganz anderes Erleben. Es wäre doch schön, in einer Gruppe die Erfahrungen auszutauschen, zu reflektieren und auch für die nächsten Besuche dazu zu lernen.
Deshalb: Eine Besuchsgruppe wäre eine tolle Sache.
Gibt es noch nicht.
Könnte es aber geben.
Wenn sich weitere Menschen finden, die etwas anderen geben und von ihnen empfangen möchten.
Einfach schreiben, anrufen und wir können sehen, wie wir das
gestalten. Jede*r nach ihren*seinen Möglichkeiten und Interessen.
E-Mail: buero@kirche-lindenfels.de
Telefon: 06255-512
Jochen Ruoff